Die 44:56-Niederlage gegen den TSV Viernheim war für die Zweitliga Basketballerinnen der Friendsfactory Germering am Samstag im ersten Heimspiel alles andere als eine Überraschung - die Begleitumstände schon.
Man war bei den Germeringerinnen vor dem Spiel gegen Viernheim -seit vergangener Woche
der Topfavorit der Liga- auf alles eingestellt. Auf Alexandra Müller, seit vielen Jahren Stütze
der deutschen Nationalmannschaft und auch auf Brittney Whiteside, noch im Jahre 2008 in Freiburg als die beste Bundesligaspielerin der Saison bezeichnet. Und auch auf die Amerikanerin Molly Ariail. Als dann aber auch noch Annika Danckert, von deren Transfer zu Viernheim man nur gerüchteweise gehört hatte, in der Halle auftauchte, waren die Siegchancen der Heim-
mannschaft, die schon arg gering waren, auf ein Minimum gesunken. Für die Nationalspielerin Danckert, aktuell sicherlich eine der besten deutschen Spielerinnen, holten sich die Viernheim-
erinnen quasi über Nacht die Freigabe, was wiederum auf den gewachsenen Respekt hin-
deutet, den man in der Liga inzwischen dem Friendsfactory-Team entgegenbringt.
Mit Viernheim trafen die Germeringerinnen an diesem Tag also auf eine absolute Erstligamann-
schaft, die auch eine Liga höher sicherlich in der Spitze mitspielen würde. Aber es war nicht nur die spielerische Klasse, die Viernheim an diesem Tage in die Waagschale werfen konnte. Sechs Spielerinnen waren meist deutlich über 1,80 m, so dass zur spielerischen Klasse von Whiteside und Müller auch noch die Robustheit unter den Körben kam. Viernheim war einfach besser, was die Germeringerinnen neidlos anerkennen mussten.
Und trotzdem konnte das Friendsfactory-Team die Niederlage mehr als in Grenzen halten.
Am Ende betrug der Unterschied lediglich zwölf Punkte und bedenkt man, wie viele Würfe der Germeringerinnen ihr Ziel nur um Millimeter verfehlten, wird dieses Ergebnis noch achtbarer. Denn unterlegen waren die Germeringer eigentlich nur, wenn das Gästeteam seine besten fünf, gespickt mit National- und Profispielerinnen auf dem Feld hatten. Annika Dankerts 16 Punkte, die zwölf Punkte von Brittney Whiteside und deren 17 Rebounds waren zu viel für die Heim-
mannschaft.
Also ist diese Niederlage alles andere als ein Beinbruch, eher sogar noch wichtig für die Ent-
wicklung der jungen Spielerinnen. Schon am Samstag geht es dann zum nächsten schweren Auswärtsspiel nach Würzburg. Und dort wird man dann auf einen Gegner treffen, der tatsächlich in der gleichen Liga spielt, dem man also auf Augenhöhe begegnen kann.